english






Lyrik ist schwyrik


Der Thrill mit dem Thill

Der Lyriker Hans Thill erhält den diesjährigen Peter Huchel Preis. Zeit für den Mannheimer Morgen, sich mit einem Dichter auseinander zu setzen. Sprachlich, gedanklich, erstaunlich. Ein paar Auszüge.
H e r a n t a s t e n...
"Der 49-jährige Thill ist kein Mann der schnellen Antworten, Überlegen und Zögern, sich gedanklich und sprachlich an die Dinge heranzutasten, das ist seine Sache eher."
Z a h l e n
"Sein aktueller Lyrikband, "Kühle Religionen", der erst sein dritter ist und der erste seit zehn Jahren, versammelt knapp 100 Gedichte, die wiederum aus etwa 500 in diesem Zeitraum entstandenen ausgewählt wurden."
I n t e r p r e t a t i o n e n
"Und was heißt "Kühle Religionen"? Schon dies ein mehrfacher Verweisungszusammenhang, Andacht und Stimmung kommen zusammen mit überlegter, kalkulierter Betrachtung, zudem eine Anspielung auf den wortspielerischen Barockdichter Quirinius Kuhlmann, der wegen Ketzerei verbrannt wurde. "
I n t e r p r e t a t i o n e n 2
"Vielleicht verdankt es sich diesem aber auch nur als Anlass zu sprachspielerischer Akrobatik, die ebenso Deutungsräume eröffnet, wie sie diese auch in Frage stellt. "heiliger Berg klotziger zugiger/ Brautkörper Gräber weithin zu sehen/ und Türme alle gleichnamig dazwischen/ unverständliche Dialekte zu lesen", heißt es dort zum Schluss. Wie sollte Unverständliches lesbar sein? Aus solcher paradoxen Spannung beziehen Thills Texte (wie letztlich alle Poesie) ihren Reiz. Und der ist intellektuelle Lust und Aufgabe zugleich: "Ein leserlicher Krieg stürmt aus den Kopfquartieren", heißt es an anderer Stelle."
Quelle: Mannheimer Morgen 05.03.04





Zurück

LAST UPDATE 07.11.2006