english






Giele, mir hei 13 Pünkt übercho


Sprechen und verstehen in der Schweiz

Allein in der Schweiz. Bern, um genau zu sein. Über die Berner
gibt es viele Vorurteile. Der Reisende kann sich darüber lustig
machen, kann sein Vorurteil zu Urteilen machen- nur verstehen
kann er nichts. Gar nichts.
Der Dialekt ist für den Außenstehenden so unverständlich,
daß er nur ratlos aus der Wäsche schauen kann. Trotzdem
sprechen alle Hochdeutsch, aber es fällt ihnen schwer zwei
Stunden einem hochdeutschem Vortrag zu lauschen, wie ein
Buchhändler hinterher bekannte.
Für den Autor eine echte Feuerprobe: Er starrt in leere, unbewegte
Mienen, die während des ganzen Vortrags keine Regung verraten- und
hinterher erklärt der Veranstalter: "Herr Feibel, die Berner waren
begeistert. Begeistert!"
Irgendwie möchte ich die Berner verstehen. In einem zurück
gezogenen Moment sitze ich vor einer Tasse Kaffee und lese "Der Bund". Der Schweizer mag ja mit seinen chhrr-chrrr-Lauten sprechen wie er will,
in der Zeitung gibt es blütenweißes Hochdeutsch. Dann entdecke ich einen Artikel.
"Owbohl die flogenden Zeilne nchit gnaz gnaz korrket snid..."
Mensch, denke ich, das verstehst du! Du verstehst Schwyzerdütsch!
Bis ich merke, daß ich nur auf einen dieser zahlreichen
Artikel reingefallen bin, die in letzter Zeit beweisen wollen,
daß die Reihenfolge der Buchstaben bei einem Wort keine Rolle
spielen und immer gut lesbar bleiben.
Bni os nei Iidot!





Zurück

LAST UPDATE 07.11.2006